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Historisches über Durmersheim

Kirche Maria Bickesheim
Kirche Maria Bickesheim

Erfahren Sie hier alles über die Entstehung von Durmersheim

 

 

 

Die erste schriftliche Aufzeichnung unseres Ortsnamens "thurmaresheim" stammt aus einem Güterverzeichnis des Klosters Weißenburg/Elsass, das Abt Edelin um 1280 anfertigen ließ. In diesem "Codex Edelini" werden die Besitzungen aufgeführt, die das Kloster im Jahr 991 auf Anordnung von Kaiser Otto III. an den Salierherzog Otto abtreten musste. Aus anderen Quellen lässt sich sicher nachweisen, dass dieser "Salische Kirchenraub" bereits im Jahr 985 geschah.
Somit wäre die nachträgliche schriftlich festgehaltene Ersterwähnung im Jahr 985 gewesen. Man hält aber warum auch immer weiterhin an der Jahresangabe 991 fest.

 

 

Das Dorf dürfte schon wesentlich früher während der fränkischen Landnahme entstanden sein. Das in den Fundamenten der alten Durmersheimer Kirche gefundene Fragment eines römischen Viergöttersteins (heute in der Kirche St. Dionys eingemauert) sowie Münzfunde weisen auf eine römische Ansiedlung nahe der Kreuzung der wichtigen römischen Militärstraßen von Weißenburg nach Ettlingen/Pforzheim und von Ladenburg nach Straßburg/Baden-Baden und weiter nach Basel hin. Diese Route führte entlang des Hochgestades vollständig durch Durmersheim und besteht noch heute teilweise als die uns bekannte „Römerstraße“. In dieser Straße fand man 1982 beim Bau einer Wasserleitung Pflasterreste aus der Römerzeit, welche vermutlich von 100 n.Chr. stammen. Eine weitere Römerstraße führte von Bietigheim kommend quer durch den Hardtwald. Überreste dieser Straße sind noch heute im Hardtwald am Bruchhausener Weg (beim Schießplatz) zu betrachten.


Die Gegend um Durmersheim gehörte bereits um 700 zu den Besitztümern des Klosters Weißenburg im Elsaß, welches damals bereits ansehnliches Eigentum aufweisen konnte, nämlich 80 Morgen Äcker, 8 Morgen Wiesen, die zugehörige Kirche mit dem Zehnten, 14 Knechtshuben und einiges mehr.

 

Kirche St. Dionysius
Kirche St. Dionysius

Auch das Kloster Herrenalb hatte in Durmersheim Besitztümer. Der weitaus größte Teil der Gemarkungsfläche war entweder Allmendgelände oder befand sich in den Händen der markgräflichen Herrschaft, des Klosters Herrenalb oder der kirchlichen Stiftung und Pfarrei.

Im Jahre 1291 erhielt Markgraf Hermann VII. von Baden die Besitzungen des Klosters Weißenburg in Durmersheim als Lehen. Die Markgrafen schenkten dem Ort, wohl wegen seiner bevorzugten Lage, ihre besondere Aufmerksamkeit. Markgraf Rudolf I. und auch sein vierter Sohn Rudolf III. werden an verschiedenen Stellen „Herren von Durmersheim“ genannt. In einer Urkunde des Klosters Lichtental wird Rudolf III. ausdrücklich „Marchio de Durmersheim“ genannt. Ab dem Jahre 1300 wird in Durmersheim ein eigener Ortsadel erwähnt, Beamte und Gefolgsleute der Grafen von Eberstein und der Markgrafen. In verschiedenen Urkunden wird von den Rittern Johannes von Durmersheim und Ritter Frizzeman und Jakob von Durmersheim berichtet.

 

Im Jahre 1388 wird urkundlich eine Burg erwähnt, und 1481 ausdrücklich als "Rohrburg" genannt.


Die Rohrburg, stand im Tiefgestade, unmittelbar am Zusammenfluss von Schmidtbach und Federbach bei der heute noch bestehenden Mühle. Das markgräfliche Schloß wurde jeweils an Adelsfamilien verliehen und war teilweise Sitz einer Verwaltung.

Das Schloss wurde während des 30 jährigen Krieges zur Ruine, jedoch wieder in Stand gesetzt und in der Renovation von 1763 wie folgt beschrieben:

Gnädigster Herrschaft gehöriges Schlösslein Rohrburg
„Ein auf drei Stockwerken von Steinen erbautes, modellmäßiges Schlößlein mit einem noch brauchbarem Speicher und unterhalb mit Stallungen vorne mit Holz und von der hinteren Seite mit Steinen gebaut, beide Gebäude nebeneinander, hinterhalb dem Dorf, am Baumgartenweg gelegen“.

 

Da der Verfall des Schlosses jedoch nicht aufzuhalten war, wurde es im Jahre 1772 abgebrochen, wobei die Steine zum Bau von Bruchsteinmauern im Ort verwendet wurden. Der Reliefstein des Torbogens mit dem Wappen derer von Hallerstein kann heute noch im Hardtmuseum besichtigt werden.

 

Pfarramt St. Bernhard
Pfarramt St. Bernhard

Die Gründung der Kirche von Bickesheim reicht in das Jahr 700 zurück, in die Zeit der Einführung des Christentums in unserer Gegend durch die Mönche von Weißenburg.

Die erste Kapelle wurde um 920 unter Kaiser Heinrich dem Finkler und seiner Gemahlin Mathilde in Bickesheim erbaut, um den Fuhrleuten und Wanderern die Gelegenheit zu „frommer Rast“ zu geben. Markgraf Hermann I. erbaute um 1060 die erste romanische Steinkapelle mit einem kleinen Langhaus. Um das Jahr 1250 wurde die jetzige gotische Kapelle mit Langhaus errichtet. An der Kanzel ist auch das älteste badische Wappen der Region zu sehen (1260), das anlässlich der Hochzeit von Rudolf I. mit Kunigunde von Eberstein angebracht wurde.

 

 




Eng mit der Wallfahrt ist auch der Bickesheimer Jahrmarkt verwurzelt, der eine alte Tradition aufweist und bis heute dreimal jährlich stattfindet. Sein genauer Ursprung liegt allerdings im Dunkeln, aber in dem alten Bickesheimer Wallfahrtsbuch von 1747 wird er schon unter Markgraf Rudolf IV († 1348) erwähnt. Im Jahre 1910 ließ die Gemeinde Durmersheim zwar einen Gedenkstein aufstellen, der an die vor 500 Jahren stattgefundene Verleihung des Marktrechtes erinnern soll. Eine Urkunde oder ein sonstiger Nachweis darüber ist aber nicht vorhanden. 1970 sollte im Rahmen einer amtlichen Neufestsetzung der Märkte, das Marktrecht für Durmersheim verloren gehen, da das Marktrecht von Durmersheim in der noch gültigen Gesetzesgrundlage an Bickesheim gekoppelt war. Die Gemeinde war deshalb gehalten, eine Gesetzesänderungsinitiative mit dem Ziel zu betreiben, dass das frühere Marktrecht von Bickesheim der Gemeinde Durmersheim zuerkannt wird.

Früher hatte der Bickesheimer Markt eine besondere Bedeutung für ganz Mittelbaden, da aus dem Raum Karlsruhe und Rastatt, dem Albtal und dem Murgtal, bis zum ersten Weltkrieg, auch aus dem Elsaß, die Bauersleute und Händler kamen, um ihre Waren anzubieten. Zwar hat sich das Angebot der Händler und Schausteller im Laufe der Zeit gewandelt, aber auch heute erfreut sich der Bickesheimer Markt noch großer Beliebtheit.

 

Kirche Maria Bickesheim
Kirche Maria Bickesheim

Durmersheim und dessen Einwohner hatten es in Kriegszeiten äußerst schwer, da Durmersheim an einer verkehrsgünstigen Stelle liegt und so unmittelbar in die Kriegsgeschehen eingebunden war. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort fast entvölkert. Wie aus dem Speyerer Visitationsprotokoll von 1683 hervorgeht, gab es damals nur noch 30 Familien im Dorf.


Neue Kriege, Einquartierungen, Plünderungen und Hungersnöte wechselten sich ab. Auch unter den Revolutionskriegen und unter Napoleon hatte Durmersheim schwer zu leiden.

 

Gasthaus zum Lamm
Gasthaus zum Lamm

 1796 waren für viele Jahre die Franzosen einquartiert und 1797 plünderten die Besatzungstruppen das Bickesheimer Wirtshaus "Lamm" vollständig und zerstörten, was nicht niet- und nagelfest war.

Auch die Revolution 1848 hatte viel Unheil zur Folge, da Durmersheim und die weitere Umgebung zum Schauplatz von Gefechtshandlungen wurde. Sowohl der Deutsch – Österreichische Krieg 1866, als auch der Deutsch – Französische Krieg 1870 / 71 forderte von der Bevölkerung große Opfer.


Unheilvolle Auswirkungen hatte der 1. Weltkrieg 1914 bis 1918, als 670 Durmersheimer als Soldaten eingezogen wurden. Von ihnen, sahen 160 ihre Heimat Durmersheim nie wieder. Der 2. Weltkrieg forderte 1939 bis 1945 neben 269 Gefallenen und 114 Vermissten das Leben von 21 Zivilpersonen. Erhebliche Gebäudeschäden gab es durch Fliegerangriffe und Artilleriebeschuss. Schwere Zeiten für die Durmersheimer waren auch mit der Besatzungszeit verbunden, die vom Einmarsch der französischen Truppen am 11. April 1945 bis zum 24. August 1949 andauerte. Marokkanische Truppen und ein französisches Gendarmeriekommando trieben Sachleistungen in einer Höhe von nahezu 500.000,-- EURO ein.


Erst nach dieser Zeit konnte Durmersheim wieder eine stetige und konstante Aufwärtsbewegung verzeichnen, was sich vor allem auf die Ausweisung von Baugebieten, vornehmlich entlang der B36 auswirkte.

Fachwerkhaus in Durmersheim
Fachwerkhaus in Durmersheim

Erst im Jahre 1972 begann die bauliche Orientierung im Tiefgestade bei Würmersheim und damit die Abrundung des langgestreckten Straßendorfes. Dies war jedoch nur auf Grund des Zusammenschlusses zum 1.1.1974 von Durmersheim mit der bislang selbständigen Gemeinde Würmersheim möglich. Die Eigenständigkeit der Ortsteile zu bewahren, war der Grundgedanke, des zwischen den beiden Gemeinden geschlossenen Eingemeindungs-vertrages.

Würmersheim wird erstmals 1156 in den Maulbronner Klosterakten als "Wirmeresheim" erwähnt und dürfte in der Zeit der fränkischen Landnahme im 6. Jahrhundert entstanden sein.


Ursprünglich dem Kloster Weißenburg zugehörig, wurde das Dorf 1291 den badischen Markgrafen zu Lehen gegeben, die den Ort wegen Geldmangel zunächst an ihren Edelknecht Johann von Vrigenstein verpfändeten. 1276 wird ein Bruno von Wirmersheim urkundlich genannt 1278 berichtet eine Urkunde von Wirmersheim und 1388 wird eine „Burg Würmersheim“ genannt, womit aber sicher die 1388 erstmals erwähnte Rohrburg in Durmersheim gemeint war. Auch das Kloster Herrenalb und das Stift in Ettlingen besaßen Gutshöfe in Würmersheim.