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Wallfahrtskirche "Unserer lieben Frau"

Wallfahrtskirche Unserer lieben Frau

 

Die katholische Wallfahrtskirche "Unserer Lieben Frau" oder auch "Maria Bickesheim" kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits 1318 wird hier eine Kapelle erwähnt. Ein Visitationsprotokoll von 1683 berichtet über Wallfahrten zur Verehrung des wundertätigen Muttergottesbildes, die nach der Übernahme durch die Jesuiten seit 1632 und der besonderen Förderung durch die Markgrafen von Baden-Baden einen Aufschwung erlebten. Von 1926 bis 2010 bestand unmittelbar nördlich eine Niederlassung des Redemptoristenordens, der die Kirche betreute.

 

Anstelle der älteren Kapelle ließen Markgrad Rudolf I. von Baden (1243-88) und seine Frau Kunigunde von Eberstein (gest. 1284) einen Neubau errichten. Der Katherinenchor und die Arkadenreihe der heutigen Kirche stammen von dieser einst dreischiffigen Basilka. Im 15. Jh. erfolgte der Anbau eines größeren Chores und Schiffes im Süden. Neben weiteren Veränderungen im 17. und 18. Jh. erfuhr das Hauptschiff 1908/09 eine Erhöhung und Verlängerung durch Johannes Schroth. Dabei setzte man neugotische Fenster ein, erhöhte die Säulen und baute neue Orgel- und Seitenschiffemporen. Der Obergaden erhielt eine Durchfensterung.

Der barocke Hochaltar, eine Stiftung des Markgrafen Ludwig Georg von Baden, wurde 1737 von Martin Eigler geschaffen, die Figuren stammen von der Hand des Johann Valentin Gotz. Der Altar bewahrte das Gnadenbild der Muttergottes, welches wohl in den Jahrzehnten um 1300 entstanden sein dürfte. Heute sieht man eine 1940 angefertigte Kopie des im Kloster aufbewahrten Kultbildes. Die in frontaler Haltung thronende Maria hält auf dem linken Knie das in langem Gewand stehende Christuskind, in der anderen Hand die fünfblattrige Rose aus dem Wappen der Eberstein Grafen.

 

Die Seitenaltäre wurden 1744-46 vollendet. Links eine moderne Darstellung des seligen Bernhard von Baden, rechts eine Josefsfigur von 1745. die 1671 aufgestellte Kanzel ist mit bewegten Evangelistenfiguren geschmückt, auf dem Schalldeckel steht Christus mit der Erdkugel. An der Kanzelsäule von 1280 befindet sich die wohl älteste Darstellung des badischen Wappens (von Markgraf Rudolf I.), neben einem kleinen Kruzifixus das Wappen seiner Ehefrau Kunigunde. Das große Gemälde an der Chorbogenwand des Langhauses zeigt die figurenreich dargestellte Huldigung namhafter Mitglieder des markgräflichen Hauses an das Bickesheimer Gnadenbild, 1909 durch Wilhelm Ettle aus Ellwangen geschaffen.

Über der dritten Arkadensäule erscheint die Madonna mit Kind im Strahlenkranz aus dem beginnenden 16. Jh., die überaus anmutige Figur berührt sacht die Füße des Christuskindes. Im polygonal geschlossenen Katherinenchor sind bedeutende, jedoch deutlich überarbeitete Wandmalereien des späten 14. Jhs. zu sehen. Die Fresken wurden 1872 erstmals freigelegt, drei Jahre später jedoch wieder übertüncht. 1908 im Auftrag des Großherzogs Friedrich II. erneut freigelegt, erfolgte erst 1912 eine sichernde Konservierung. Anfang der 1970er Jahre und vor wenigen Jahren erfuhren die Malereien erneute Behandlung. Neben Evenagelistensybolen sind Heiligenfiguren sowie Szenen aus dem Leben Christi und Mariä erkennbar. Ikonengrafisch bemerkenswert ist die Darstellung auf der Südhälfte der Triumphbogenwand, die zeigt Christus al Gärtner. Das Glasgemälde, eine um 1300 geschaffene Muttergottes mit Kind. Südlich der Kirche befindet sich das Benefiziantenhaus und heutige Pfarrhaus St. Bernhard. Der Klinkerbau mit Sandsteingliederung und Staffelgiebeln wurde 1866 errichtet und verfügt noch über sein ursprüngliches Ökonomiegebäude. Nördlich der Kirche liegt das 1923 in barocken Formen gestaltete Redemoptoristenkloster, welches jedoch im September 2010 von den Patern verlassen wurde. 2013 wurde das Gebäude komplett renoviert und beherbergt nun die Verrechnungsstelle für katholische Kirchengemeinden.