Jugendkirche VIA / JKG
Jahresrückblick 2021 - Fortsetzung
Im September haben wir uns
dann mit dem Umbau der Jugendkirche beschäftigt. Klar ist, wir können dies nur
stemmen, wenn Freiburg uns finanziell unter die Arme greift und wir die
Pfarreien in der Umgebung mit ins Boot holen. Parallel dazu wurden Zukunftsvisionen
für die Jugendkirche entwickelt mit neuen Strukturen, u. a. wurde ein
Leitungsteam angedacht. Es gab gut gestaltete VIA-Gottesdienste sowohl in
Präsenz wie im Livestream und ebenfalls online fand in Zusammenarbeit u. a. mit der
Jugendkirche Lichtwerk eine Diskussionsreihe statt zum Thema Kirche u. a. mit
den Fragen: Wozu braucht es Kirche? Wie muss sich Kirche verändern um
Jugendliche anzusprechen?
Ja, unsere Pfarrei, unsere
Gemeindestruktur wird sich verändern. Unser Dekanat wird aufgeteilt in zwei Großpfarreien,
wir gehören dann zur Rheinschiene von Rastatt bis Muggensturm und Iffezheim bis
Durmersheim. Jede Seelsorgeeinheit ist aufgerufen, bei den künftigen Strukturen
und pastoralen Schwerpunkten mitzuwirken. Es gibt den bekannten Spruch: Die
Kirche muss im Dorf bleiben - bei diesem Modell kann dies nur gelingen, wenn viele
Ehrenamtliche mitwirken und Kirche vor Ort lebendig halten. Ob dies allerdings das
Kirchenmodell der Zukunft ist, wage ich zu bezweifeln.
Neben der Corona-Pandemie treibt die "aktuelle
Großwetterlage" der Kirche die Menschen um - viele sind zornig und ungehalten. Es
macht persönlich betroffen, dass viele Katholiken - selbst aus unserer Mitte -
der
Kirche den Rücken kehren. Es gab sehr viele der Kirchenaustritte
im letzten Jahr - 155 an der Zahl (55 St. A., 41 St. B. 59 St. D und Herz Jesu).
Diese Entscheidung können wir durch einzelne Rückmeldungen
der Betroffenen zwar nachvollziehen, denn auch wir verstehen
viele Verhaltensweisen und Entscheidungen der "Institution Kirche" nicht. Diese hohe Zahl ist eine Anfrage an uns: Wo
und wie müssen wir für Veränderungen offen sein, muss Kirche die Menschen neu
in den Blick nehmen und unsere pastoralen und gottesdienstlichen Angebote mehr
Bodenhaftung bekommen? Und welche Sprache sprechen wir - kommt sie bei den
Menschen an? Auf der anderen Seite sehen wir, Familien- und Kindergottesdienste,
oder Kind- und Kegel weiterhin gut angenommen werden.
Schauen wir noch einmal auf die Krippe - mittendrin der Hl. Josef. Das Kind ist geboren - die
Reise ist geschafft, jetzt könnten sie ihren Rückweg nach Nazareth antreten, oder? Und dann die Nachricht, dass Josef mit dem Kind nach Ägypten fliehen
sollte - eine unbekannte Welt wartet - doch Josef spürt: Gott baut auf, Gott
geht mit.
Auch wir werden im neuen Jahr
mit Umbrüchen und neuen Tatsachen konfrontiert, neue Aufgaben warten. Aber auch
wir dürfen wie Josef im kommenden Jahr auf diese Zusage Gottes vertrauen. Gott
geht mit, Gott baut auf. Er will jeden Einzelnen und unsere Kirchengemeinde
begleiten und stärken.
Und so möchte ich mich im Namen des Pfarrgemeinderates
bei allen Haupt- und Ehrenamtlichen bedanken, die uns mit Gebet, Wort und Tat im
vergangenen Jahr zur Seite gestanden haben und denen ihr Herz für den Glauben
und unsere Kirchengemeinde brennt.
Ich hoffe, dass wir nicht müde werden, uns
einzubringen.
Wachsam bleiben und tun, was nötig ist.
Toleranz üben, damit wir ein gutes Miteinander pflegen.
Und... für jede Sorge ein Gebet auf den Lippen
haben.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen
ein von Gott gesegnetes neues Jahr.
