Sternfreunde Durmersheim und Umgebung
Astronomisches im Juni 2025
Im Juni findet wegen Ferien kein Termin in der Sternwarte statt.
Weitere Aktivitäten auf unserer Webseite: 'Verein Sternfreunde Durmersheim' https://sternfreunde-durmersheim.de
Was gibt es im Juni am Nachthimmel zu sehen?
Der Sommer kommt - noch in diesem Monat! Zumindest, was die Astronomie betrifft, denn am 21. Juni ist Sommeranfang. Auch am Sternenhimmel übernimmt der Sommer das Regiment - dort funkeln die Sommer-Sternbilder, hinter denen sich das breite Band der Milchstraße erhebt. Tief über dem südöstlichen Horizont funkelt Antares im Skorpion. Hoch am Himmel, man muss den Kopf schon in den Nacken legen, wird man dagegen den Großen Wagen finden. Wenn man den Schwung der Wagendeichsel in Richtung Horizont verlängert, trifft man erst auf den hellen Stern Arktur im Bootes und später auf Spica in der Jungfrau. Noch ein Stück weiter nach rechts schwebt der Löwe über dem südwestlichen Horizont. Direkt neben seinem Hauptstern Regulus findet man derzeit den rötlichen Mars. Etwas links oberhalb des hellen Sterns Arktur im Bootes fällt ein kleines Halbrund von Sternen auf: Die Nördliche Krone mit ihrem Hauptstern Gemma, dem Edelstein. In Richtung Horizont erstreckt sich der Schlangenträger zusammen mit der zweigeteilten Schlange; beide Sternbilder sind recht lichtschwach. Attraktiver wird der Sternenhimmel wieder in Ostrichtung. Dort ist bereits das Sommerdreieck aus den drei hellen Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler aufgegangen.

Sternkarte für Juni 2025 (nachts), Quelle: Planetarium Berlin
Sternenpracht in Sommernächten
Wir sitzen mittendrin - und dennoch haben viele Menschen sie noch nie gesehen: die Milchstraße. Jetzt im Juni ist unsere Heimatgalaxie mit ihren unzähligen Sternen und Nebeln wieder toll zu sehen. Im Sommer taucht endlich wieder der schönste Abschnitt der Milchstraße am Nachthimmel auf: das Zentrum unserer Galaxie mit der dichtesten Ansammlung von Sternen. Hier ist das Band der Milchstraße auch am breitesten: zwei bis drei Handbreit wenn man an den Himmel schaut. Allerdings müssen Sie in einer Juninacht lange ausharren, bis der Kern unserer Galaxie am Firmament sichtbar wird. Anfang Juni verdirbt Ihnen allerdings der Mond jede Wanderung über die Milchstraße mit seinem Licht, der das zarte Licht der Milchstraße überstrahlt. Insbesondere rund um Vollmond am 11. Juni geht gar nichts mehr. Doch ab der Monatsmitte geht der Mond erst nach Mitternacht auf und lässt so Abend für Abend ein längeres Zeitfenster zur Betrachtung der Milchstraße. Im Gegensatz zu den Wintermonaten Dezember und Januar, in denen die Milchstraße aufgrund der Achsenneigung der Erde bis in die frühen Morgenstunden fast horizontal über dem Nachthimmel steht und mit bloßen Augen nur erahnt werden kann, ist sie in den Sommermonaten sehr gut zu sehen. Allerdings sollten Sie einen Beobachtungsstandort mit möglichst wenig Lichtverschmutzung aufsuchen, Blickrichtung Süden.

Sommermilchstraße, Quelle: BR Fernsehen
Im Sommer befindet sich die Sonne nicht mehr zwischen dem hell leuchtenden galaktischen Zentrum und der Erde. Das breiteste und hellste Stück der Milchstraße befindet sich dann auf der Nachtseite der Erde und ragt steil empor, sobald es dunkel genug ist. Eine perfekte Ausgangssituation für Romantiker. Unser Sonnensystem mit der Erde befindet sich innerhalb der Milchstraße. Sie ist am Rande der flachen, spiralförmigen Scheibe angesiedelt, in der es nach heutigen Schätzungen etwa 100 bis 300 Milliarden Sterne gibt - und dazu noch Schwarze Löcher, Gas, Dunkle Materie, Exoplaneten und mehr. Weil unsere Galaxie flach wie eine Scheibe ist und wir mittendrin stecken, sehen wir von der Erde aus nur ein weißes Sternenband (deswegen Milch-"Straße"). In den Wintermonaten schauen wir quasi von unserer Position aus auf den Rand der Milchstraße. Im Sommer weist unser Blick auf den Nachthimmel zum Zentrum unserer Galaxie - die schöne, dichte Sommermilchstraße. Dann schauen wir quasi aus unserer Galaxie hinaus und sehen deshalb eine weitaus geringere Ansammlung von Sternen.
Die Planeten im Juni 2025
Merkur taucht zu später Stunde noch einmal am Abendhimmel auf. Die Tage vom 16. bis 22. um 22 bis 22:30 Uhr sind am besten für eine Pirsch nach dem sonnennahen Planeten geeignet. Je weiter südlich man sich befindet, desto einfach wird Merkur zu sehen sein.
Venus ist jetzt stattlicher Morgenstern. Um dieses Schauspiel zu bewundern, muss man aber sehr früh aufstehen. Am 22.06. findet wieder ein Treffen mit der schmalen, abnehmenden Mondsichel statt.
Mars hält sich weiterhin tapfer am Abendhimmel. Um den 17. läuft Mars nah an Regulus vorbei.
Jupiter verbringt seine Sommerzeit im Schein der Sonne, für uns bleibt er dort verborgen.
Saturn entwickelt sich zu einem Objekt der noch dunklen Morgenstunden. Am 19.06. wird der Ringplanet vom Mond besucht, am 29.06. begegnet Saturn dem viel lichtschwächeren Neptun - die erste von drei Konjunktionen der beiden Planeten in diesem Jahr.
Uranus steht der Sonne noch zu nah und ist am dunklen Nachthimmel nicht zu sehen.
Neptun ist theoretisch auch noch nicht wieder aufgetaucht. Praktisch wird man es am 29.06. bei seinem Treffen mit Saturn aber doch versuchen.