Das Landratsamt Rastatt hat dieser Tage die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von sieben Windrädern in Durmersheim erteilt. Der Bescheid wurde am 19. Januar 2026 an den Vorhabenträger, die Firma Alterric Deutschland GmbH, im Beisein von Durmersheims Bürgermeister Klaus Eckert übergeben.
"Nach der schwimmenden Solaranlage auf dem Stürmlinger See und dem Ausbau der bestehenden Nahwärme ist die Windenergie der dritte Baustein der Durmersheimer Energiewende", betont Bürgermeister Klaus Eckert. Die sieben Windräder produzieren sauberen Strom für über 50.000 Menschen, also genug Energie für vier Mal so viele Menschen, wie in Durmersheim leben. Die Planung entspricht den Festlegungen des Regionalplans der Region Verband Karlsruhe. Die Anlagenstandorte befinden sich in einem Windvorranggebiet auf kommunalen Waldflächen im Hardtwald.
Die Tatsache, dass alle Beschlüsse des Gemeinderats zur Windenergie fraktionsübergreifend einstimmig gefasst wurden, zeige, dass der Gemeinderat geschlossen hinter diesem Energieprojekt steht, macht Bürgermeister Klaus Eckert deutlich. Der Genehmigung der sieben Windräder ging ein jahrelanger breiter Beteiligungsprozess der Bevölkerung voraus. So wurde unter dem Dach des Forums Energiedialogs des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg eine Bürgerbeteiligung mit sog. Zufallsbürgerinnen und Zufallsbürgern aus Durmersheim organisiert. Diese haben sich in mehreren Workshops mit dem Thema Windkraft in Durmersheim beschäftigt. Zudem fanden mehrere Bürgerinformationsveranstaltungen hierzu statt.
Mit der Genehmigung durch das zuständige Amt für Umwelt und Gewerbeaufsicht im Landratsamt Rastatt für das Durmersheimer Projekt wie auch ein Windkraftprojekt in Ottersweier sind nun die Weichen für den Bau der ersten Windräder und damit für einen wichtigen Beitrag zur Energiewende im Landkreis Rastatt endgültig gestellt. "Diese beiden Projekte sind ein Meilenstein in unseren Bemühungen für den Ausbau der Windenergie in unserem Landkreis", betonte Sébastien Oser, der Erste Landesbeamte im Landratsamt und zuständige Dezernent für Bauen, Umwelt und Öffentliche Ordnung beim Übergabetermin. Er verwies auf die besondere Bedeutung der Windkraft beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei dieser im überragenden öffentlichen Interesse und diene der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit. Der Ausbau diene gerade dem Schutz des Klimas und zudem dem Gemeinwohlziel der Sicherung der Energieversorgung. Umso mehr freue es ihn, dass nach der intensiven Begleitung durch die Gemeinden und der gründlichen Vorbereitung der Antragsunterlagen das eigentliche Genehmigungsverfahren rasch bewältigt werden konnte.
Im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren werden die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umweltschutzgüter geprüft. Es muss beurteilt werden, ob es durch die Windräder zu erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf den Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser und Boden sowie das Klima und Kultur- und Sachgüter kommen kann. Für diese Prüfung benötigen die Genehmigungsbehörde und die Fachbehörden, die am Genehmigungsverfahren beteiligt werden, umfangreiche Unterlagen und Fachgutachten. Kommt die verfahrensführende Immissionsschutzbehörde zu dem Ergebnis, dass das Windkraftvorhaben am beantragten Standort zulässig ist, muss die Genehmigung erteilt werden. Die letztlich eingereichte und genehmigte Planung berücksichtigt Immissionsschutzabstände von mehr als 1.250 Metern zur Wohnbebauung.
Mit der erteilten Genehmigung sind die Windräder in Durmersheim zwar noch nicht gebaut, aber ein weiterer wichtiger Zwischenschritt erreicht, so Bürgermeister Klaus Eckert. Nach dem erteilten Bescheid können die vorbereitenden Arbeiten für die Anlagen voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres beginnen. Die Errichtung und Inbetriebnahme könnten dann laut der Alterric Deutschland GmbH vom zweiten Quartal 2027 bis zum dritten Quartal 2028 erfolgen.
Für Bürgermeister Klaus Eckert sind die sieben Windräder auch ein wichtiges wirtschaftspolitisches Projekt. Als rohstoffarmes Land werde sich die Wirtschaft zukünftig noch mehr als heute in den Regionen ansiedeln, wo ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien vorhanden ist. Man sehe es bereits in den USA, wo Industrie, wie Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, sich dort ansiedeln, wo Energie verfügbar ist. Zusammen mit der geplanten schwimmenden Solaranlage stehen in Durmersheim künftig rund 70 Megawatt erneuerbare Energie zur Abnahme bereit.